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01.12.2008, 16:23
PhyshBourne Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 30.11.2008
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Betreff: Pfarrer & KirchenMusiker
Müssen Kantoren und Pastoren eigentlich immer wieder in Zwist miteinander geraten?
Woran liegt das?
Das ist doch nicht gut für die Gemeinde und Gemeindearbeit!
WIe kann man so 'was wieder in Lot bringen?
 

23.01.2009, 20:20
Oehmichen Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 29.09.2008
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Betreff: Re: Pfarrer & KirchenMusiker
Hab den Beitrag erst heute gelesen. Ich weiß ja nicht, was das für ein Zwist ist, aber ich ahne es.(Ähnlich kann es mit Gemeindepädagogen oder gar Küstern passieren...)
Woran es liegt:
1. Wir sind eine Pastorenkirche. Der Pastor ist immer "mehr". Schon optisch. Er ist erzogen, am Ende die Letztverantwortung zu tragen. Der Gottesdienst ist in der Regel "sein" Gottesdienst, den er "hält". Seine Theologie, seine liturgische Auffassung bestimmt den Gottesdienst. Manches ist zugleich sein Leben. Es anders zu machen, greift sein Leben an.
2. Der Kantor ist eine "Randfigur", schon optisch. Er ist meist nicht mal zu sehen. Er hat lange studiert und ist ein Fachmann. Aber er kommt wenig zum Zuge und selbst als Chorleiter ist er bei Auftritten meist "oben". Am Schluß verabschiedet er nicht die Gemeinde und kriegt auch kein Lob (wie der Pfarrer manchmal am Ausgang). Ohne Orgel wäre es kein Gottesdienst, aber die Gemeinde würde es gar nicht merken, wenn mit guter Technik eine CD liefe...
Der Kantor hat Glück, wenn er in einem GD mal zu einem Kanon nach unten kommen darf.

Ausweg: (Ideen)
- Mitarbeiter und Kirchenvorstand erstellen ein Gemeindekonzept. Dieses Konzept hat Schwerpunkte. So ein Schwerpunkt könnte heißen: "Fröhliche Gottesdienste". Die Gemeinde wird einbezogen und gefragt, was fröhliche Gottesdienste sind. Und dann wird überlegt, wie sie gestaltet werden können. Man könnte einen Liederpool entwerfen, aus dem geschöpft wird. Da könnte man auch festlegen, was garantiert nie gesungen werden soll oder was unbedingt rein muß. Dann ist der Pfarrer beruhigt, dass der Kantor (wenn er denn darf), nicht wieder solche schrecklichen Lieder aussucht (das Wochenlied vom 2.n.Epiph. gehört für mich verboten) und der Kantor kann vertrauen, dass seine "modernen Ambitionen" anerkannt sind.
Ziel wäre: wir machen einen schönen Gottesdienst. (Ich bin Pfarrer und hatte in einer Stelle eine super Organistin - es war möglich, je nach GD-Besuchern per Zuruf Lieder zu ändern oder zu ergänzen.Waren zufällig mal viele Kinder da, wurde spontan mindestens ein Lied für Kinder angesagt - Liederbücher/Liedzettel im Notfall schnell ausgeteilt).
Zuletzt: wenn sich Kirche von den Verkrampfungen liturgischer Ordnungen befreit, machen sie beide das Leben weniger schwer.
Ich habe es mir angewöhnt, am Schluß des Gottesdienstes den "Mitwirkenden" und insbesondere dem Kantor "für die Kirchenmusik" zu danken. Das mag etwas Formales sein, erinnert ab auch die Gemeinde an eine wichtige Person da oben. Überhaupt müssen wir Pfarrer lernen, mehr zu danken. Am Silvester-Abend bekommt der Organist von mir als Jahresdankeschön einen dicken Blumenstrauß (und den Beifall der Gemeinde). So weit, so unvollkommen - ein paar Gedanken.
 

06.02.2009, 21:31
Ruth Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 05.02.2009
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Betreff: Re: Pfarrer & KirchenMusiker
Wir haben eine Ideallösung (die sich allerdings wohl kaum auf alle Gemeinden übertragen lassen wird Wink ):
Pfarrerin und Kantor sind verheiratet!
Grinning

Aber im Ernst, das Danken halte ich auch für eine wichtige Sache!
Und vielleicht ist es auch eine gute Idee, die Lieder gemeinsam mit dem Kirchenmusiker auszuwählen. Es muss ja nicht jedes Mal sein, aber ab und zu ließe sich das sicher einrichten.
 

23.02.2009, 18:09
Dorothea Zager Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 21.02.2009
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Betreff: Re: Pfarrer & KirchenMusiker
Hallo PhyshBourne,
hier ein Versuch, auf Ihre Frage zu antworten: Woran liegt es, dass Pfarrer/innen und Kirchenmusiker/innen sich so oft in den Haaren liegen.

Es ist richtig, dass der Pfarrer optisch und auch inhaltlich im Zentrum des Gottesdienstes steht, der Kantor nur am Rande. Das ist aber nicht nur eine optische Sache!
Warum ist das so?
1. Den Pfarrer/die Pfarrerin, so sie denn Deutsch spricht und sich um Verständlichkeit bemüht, kann man verstehen ohne große Erklärungen.
2. Notfalls kann man auch mal einen Gottesdienst ohne Orgelbegleitung feiern. Es wäre dann immer noch ein Gottesdienst.
Umgekehrt geht das schlecht:
3. Orgelmusik - und sei es auch eine noch so ausgeklügelte Fuge von J.S.Bach mit viel Verkündigungsinhalt - kann kaum einer ohne Erklärungen verstehen.
4. Ein Gottesdienst nur mit Orgelmusik und ohne Predigt ist kein Gottesdienst mehr, sondern ein Konzert.

Das ist das Problem: Kirchenmusik erschließt sich nicht ohne Weiteres dem Zuhörer. So kommt es, dass man oft hört "Es orgelt." Oder "Die Orgel spielt nun zum Schluss noch ..."
Niemand würde sagen "Es predigt." Oder "Die Kanzel legt uns nun noch den Vers ... aus."
Kirchenmusik ist nicht so stark an eine Person gebunden wie das Gestalten eines Gottesdienstes.

Daraus folgt einerseits die Hybris vieler Pfarrerinnen und Pfarrer, etwas Besseres und Wichtigeres zu sein, und zugleich der ständiger Minderwertigkeitskomplex vieler Kantorinnen und Kantoren, dass ihre Arbeit nicht anerkannt und nie wirklich für voll genommen wird.

Da hilft nur eins - außer dass die beiden heiraten Wink s. Ruth:
Pfarrer/innen werdet demütiger! Es gibt auch andere, die das Evangelium verkündigen, z.B. durch die Musik!
Und Kantoren/innen, seid nicht so empfindlich! Nicht jeder kann eine Engführung oder einen Krebs in einer Fuge erkennen, oder das Kreuzesmotiv in einem Weihnachtschoral ... erklärt, was ihr spielt. Dann versteht man Euch auch besser!

DZ (Pfarrerin, die selber Orgel spielt) verheiratet mit einem Pfarrer (der auch Orgel spielt)

 

14.03.2009, 12:09
PhyshBourne Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 30.11.2008
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Betreff: Re: Pfarrer & KirchenMusiker
Danke für eure Ansichten und Einsichten.
Das mit dem Danken finde ich gut, aber manche Kantoren mögen das nicht, weil es "die Liturgie stört"…
 

06.04.2009, 09:30
Oehmichen Abwesend
Mitglied
Dabei seit: 29.09.2008
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Betreff: Re: Pfarrer & KirchenMusiker
Wenn ein gutes Wort die Liturgie "stört", was ist das für eine kalte Liturgie!
 

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